Das Frühstück hatten wir am Abend schon gecancelt und so fuhren wir am Morgen nochmal runter an den Bahnhof, zum einzigen Bäcker, der auch Sonntags geöffnet hat. Zumindest einen Kaffee muss es morgens schon geben 😉

In Landeck ist der Inn schon ein beindruckendes Flüßchen, dem wir heute weiter entgegenfahren werden.

Mal links am Fluß entlang, mal rechts und immer über andere interessante Brücken.

Das nenne ich mal einen Wegweiser für die ViaClaudia, wer den übersieht, dem ist auch nicht mehr zu helfen 😀 Dieses Zeichen ist entlang der Strecke (in D und AUS) als Wegweiser tatsächlich überall zu finden.

Auf gut ausgebauten Radwegen geht es heute dem Reschenpass entgegen.

Kurz vor der Auffahrt zum Reschen muss man ein Stück über die Bundesstrasse in die Schweiz fahren, allerdings hält sich der Verkehr wirklich sehr in Grenzen und ist schnell geschafft. So schnell wie wir in der Schweiz sind, sind wir auch schon wieder draußen und schaffen uns bei schönstem Sonnenschein die 11 Kehren zur Norbertshöhe hinauf.

Typisch: Kurz vor uns starten zwei Radler in die Kehren, von denen einer recht sportlich ausschaut, während sein Radkumpel ausschaut, als wenn er sich die Aufgabe seines Lebens vorgenommen hat. Mit deutlich Übergewicht quält er sich schon auf den ersten Metern sichtbar den Anstieg hinauf. Schnell haben wir ihn eingeholt und ich halte ich das Tempo so gemütlich, dass wir die 11 Kehren auch wirklich problemlos schaffen. Trotzdem verringert sich auch der Abstand zum sportlicheren der Beiden und als ich an ihm vorbeiziehe, auf meinem Stahlroß mit Gepäcktaschen, laut quasselnd und dann auch noch mit zwei X-Chromosomen, da schaut er nicht schlecht, wo denn mein Motor wohl versteckt ist 😀

Insgesamt war der Pass allerdings weit weniger schlimm, als wir ihn uns ausgemalt haben.

Oben angekommen rollen wir gemütlich nach Nauders runter, bevor wir uns die letzten Höhenmeter zum Reschenpass hocharbeiten. Wir haben wohl Glück und haben so gut wie keinen Gegenwind, nur ein leichtes Lüftchen geht, was aber eher Abkühlung bringt und daher sehr willkommen ist.

Am Reschensee angekommen machen wir in einem Cafe eine kurze Pause

und genießen den ersten italienischen Kaffee bzw. ich einen super leckeren Apfelstrudel.

Für die Weiterfahrt wählen wir den Weg am versunkenen Turm im See vorbei. Als der Reschensee ( kurz vor dem 2. Weltkrieg geplant, 1950 dann umgesetzt) um 22m aufgestaut wurde, versanken die Orte Reschen und Graun im See. Einzig der Turm des romanische Kirchlein aus dem 14. Jahrhundert bezeugt noch die Existenz des alten Dorfes Graun.

Vorbei am Haidersee rollen wir auf perfekten Radwegen mit Blick auf die höchsten Erhebung Südtirols, dem Ortler (3905 m), dem Tal entgegen.

Vorbei an grünen und blühenden Wiesen,

bis wir unser heutiges Ziel, Prad am Stilfser Joch, erreichen, wo wir nach etwas Suchen ein tolles Gästehaus mit angeschlossenere Pizzeria finden – natürlich mit glutenfreier Pizza.

Hier treffen wir auch ein anderes Pärchen wieder, das ebenfalls die ViaClaudia fährt. Auf dem Weg hoch zum Reschenpass haben wir sie ein Päuschen machen sehen. Und so tauschen wir unsere bisherigen Erfahrungen aus, bevor wir müde in die Betten fallen.

Von Landeck nach Prad sind wir 97 km mit 1150 hm gefahren. Der lustige Kringel in der Mitte ist der Aufstieg zum Reschenpass mit seinen 11 Kehren.