Der Tag beginnt früh, wir wollen rechtzeitig an der Seilbahnstation sein, um nicht zu lange warten zu müssen. In die Gondel passen max. 3 Räder und ihre Fahrer. Und so haben wir nur wenig Zeit für das erste echte glutenfreie Frühstück, bevor wir unsere Räder satteln und zur Seilbahnstation fahren.

Dort schaut uns der Ticketverkäufer völlig entgeistert an und erklärt, dass die Gondel erst ab 9 Uhr Räder mitnimmt, es ist 8:10. Wir sind etwas verwirrt und ich zeige ihm das Foto des Plans, das ich gestern extra gemacht habe und in dem eindeutig steht, dass um 8 die erste Gondel für Radler fährt. Sofort rennt er los und entfernt den von mir fotographierten Aushang vom Eingang und erklärt uns, dass wäre der Sommerfahrplan, der gilt (noch) nicht (ich frage mich nur, ob der da jetzt den ganzen Winter hing…).

Während wir uns etwas resigniert auf eine 45min Wartezeit einstellen, fängt der Ticketverkäufer plötzlich an zu telefonieren und diskutiert heftig mit jemandem auf italienisch. Am Ende erklärt er uns, dass wir mit der Gondel jetzt fahren können, aber noch Tickets kaufen müssen. Da sein Englisch leider nicht so gut ist und wir kein Italienisch können, sind wir uns nicht sicher, was das jetzt bedeutet, kaufen aber die Tickets und gegen 8:20 buggsiert er uns außerplanmäßig in die Gondel, die uns direkt nach oben bringt. Vielen Dank nochmal dafür 🙂

Von oben hat man einen tollen Blick über Trento

Und auch wenn wir uns mit der Seilbahn knapp 400 hm erkauft haben, müssen wir nochmal etwa 200 hm bis zu einem klein Pass aus eigener Kraft bewältigen. Wir sind aber früh genug dran, um fast keinen Verkehr zu haben und später gibt es sogar extra eine Strasse für Radfahrer, die zwar fies steil ist, aber wenigstens ruhig.

Der Pass ist schnell geschafft und den Rest des Weges geht es fast nur noch bergab. Mal durch kleine Orte, mal über Autostrassen, später dann nur noch über ausgebaute Radwege.

Unterwegs treffen wir einen urigen Obstverkäufer, der mit seinem kleinen Transporter am Strassenrand steht. Eigentlich wollte ich eine Orange kaufen, stattdessen bietet er uns ungefragt eine kulinarische Reise durch seinen Obstladen an. Neben Melone und Pfirsich probieren wir auch Kirschen und obwohl er erst nicht glaube kann, dass wir wirklich was kaufen wollen, einigen wir uns auf eine kleine Melone, die noch Platz in unserem Gepäck findet.

Abgesehen von kleinen Verfahrer finden wir dank der Karte und den Informationen, die das www so bereithält unseren Weg ins Sarchetal, in dem sich riesige Wände fast senkrecht vor uns auftürmen.

Hier befindet sich auch Arco, eines der bekanntesten Klettergebiete. Und obwohl es hier Unmengen echte Kletterwänder gibt, sehen wir eine „Outdoor“kletterhalle direkt vor imposanten Wänden. Verrückt.

Und so fahren wir weiter, bis sich endlich das ersehnte Ziel vor uns ausbreitet – der Gardasee.

Glücklich am Ziel zu sein, beziehen wir unser Zimmer im Hotel. Wir haben uns schon vor Beginn der Reise für den ShuttleService entschieden, der aber leider am nächsten Tag nicht fährt und so quartieren wir uns diesmal für zwei Tage ein und entscheiden wir uns für Torbole (zum Einen fährt der Bus zurück hier los und zum Anderen erhoffen wir uns etwas mehr Ruhe als direkt in Riva).

Der Blick vom Zimmer geht direkt auf den See, leider liegt noch die Strasse dazwischen, aber tatsächlich ist es nachts ziemlich ruhig und es läßt sich gut mit offenem Fenster schlafen. Etwas lauter war dann eher der italienische Nachbar 😉

Im Gegensatz zu den anderen Orten, finden wir in Torbole und auch in Riva lediglich ein Restaurant, bei dem wir sicher davon ausgehen können, dass sie glutenfreies Essen anbieten, zum Glück ist es eine Pizzeria, und so klingt der Tag bei einer leckeren Pizza aus.

Am Ende war es eine eher kurze Tour, die wir mit schönen Pausen etwas in die Länge gezogen haben. Knapp 50km und 460 gefahrene Höhenmeter finden sich am Ende auf dem Tacho.

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