Wie alles im Leben endet auch eine tolle Alpendurchquerung irgendwann und so hieß es nach 7 Tagen radeln in den Alpen, Sachen packen und ab nach Hause. Ein letzter Blick auf den Gardasee aus dem Hotelzimmer, heute morgen mal mit blauem Himmel.

Schon im Vorfeld haben wir uns Gedanken gemacht, wie wir am einfachsten wieder zu unserem Auto zurückkommen und haben uns für den Shutttle Service entschieden. Noch recht kurzfristig (2-3 Tage vor der Rückreise) kann ein Platz gebucht werden. Man ist also relativ frei bei seiner Tour und muss nicht irgendwelchen festen Terminen hinterherjagen.

Im Bikeline-Führer sind mehrere Anbieter angegeben und so fanden wir an unserem freien Nachmittag in Trento einen Shuttle Service, der uns zwei Plätze für den Freitag reservierte. Als wir viertel nach Neun am vereinbarten Treffpunkt ankommen, glauben wir erst unseren Augen nicht zu trauen.

6 andere Alpendurchquerer und lediglich ein kleiner Hochdachkombi stehen bereit. Und schon fängt der Italienische Fahrer an, die Bikes auf das Dach des Autos zu hieven. Dort werden sie lediglich mit der Kurbel der Antriebsseite in eine Halterung gesteckt.

Wir und die anderen Radler scherzen über diese Art des Transports und hoffen einfach, dass schon alles gut gehen wird. Immerhin sind wir nicht die Ersten bei denen die Bikes so transportiert werden. Außerdem ist der kleine PKW nur ein Zubringer zum eigentlichen Bus…

Bevor wir losfahren zurrt der Italiener noch die Vorderräder an der Reling fest und wir quetschen uns zu acht und das Gepäck in den kleinen Wagen. Zum Glück sind Reiseradler meist mit wenig Gepäck unterwegs. Nach knapp 35 min ist es geschafft, wir sind in Rovereto und alle Räder sind noch auf dem Dach, scheinbar auch vollständig 😀

Flux sind alle Räder wieder abgeladen und während wir noch in der Sonne braten und hoffen, der Anschlußbus ist nicht ohne uns gefahren, biegt dieser schon auf den Parkplatz ein. Diesmal ein 16-sitziger Bus mit einem Anhänger für ebensoviele Räder. Das schaut doch schon viel besser aus.

In der Reihenfolgen, wie wir aussteigen werden, werden die Räder verstaut (die bunten Räder in der Mitte zwischen dem ganzen Einheitsschwarz/grau sind natürlich unsere :D) und wir machen es uns im Bus bequem. Die Strecke, die wir uns an 6 Tagen erradelt haben, bringen wir nun in knapp 8h hinter uns.

Der Bus fährt im Grunde die gleiche Route zurück und setzt die Radler an den Punkten ab, an denen sie eingestiegen sind. Wir sind die Vorletzten, nur ein anderes Pärchen hat den Originalstartpunkt in Donauwörth gewählt.

Auf dem Rückweg ziehen natürlich (fast) die gleichen Berge nur in umgekehrter Reihenfolge an uns vorbei. Das Wetter spielt allerdings nicht mehr so mit. Es ist düster und grau und die Berge verstecken ihre Gipfel in den tiefhängenden Wolken.

Dafür können wir nochmal einen Blick auf das Schloß Neuschwanenstein machen, diesmal von der anderen Seite.

Am Brenner gab es einen kleinen Stau, so dass wir am Ende mit knapp 45 min Verspätung am Zielparkplatz in Landsberg am Lech ankommen. Leider steht das Auto auf einem anderen Parkplatz, als wir abgesetzt werden und so haben wir noch einmal 6 km – natürlich den Berg hoch – zu unserem Auto zu radln, das aber noch wohlbehalten genau da steht, wo wir es abgestellt haben 🙂

Irgendwann auf dem Rückweg öffnet der Himmel dann doch noch seine Schleusen, wir haben sogar etwas Aquaplaning auf der Autobahn, dafür gibt es aber einen tollen Doppelregenbogen (vom Beifahrersitz aus fotographiert 😉 ).

Insgesamt war das vermutlich der anstrengendste Tag der ganzen Tour. Recht früh ging es los, die letzten Sachen packen, Frühstücken und ab zum Sammelplatz. Um 9:20 wurde alles verladen, gegen 18:15 waren wir in Landsberg, gegen 19:00 hatten wir das Auto wiedergefunden und alles verladen und gegen 23:15 Uhr waren wir dann endlich daheim.

Ingesamt war es eine tolle Tour, die Alpen leisten und wir planen schon die nächste Tour. Wohin ist noch nicht sicher, aber wir werden unterwegs sein 🙂

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