Projekt 365

Wer vor kurzem umgezogen ist, kennt das Phänomen genau – lauter Zeugs welches vor dem einpacken nicht benutzt wurde und nach dem auspacken auch wieder nur rumsteht. Die Meisten von uns haben viel zu viele Dinge, die sie eigentlich nicht brauchen, aber die man doch irgendwie haben muss. Schließlich lebt unsere Gesellschaft vom nie endenden Konsum.

Werbung suggeriert uns ständig, dass wir nicht genug haben, dass wir Dies und Jenes noch brauchen und sowieso von Allem immer das Neueste benötigen. Bei vielen Produkten findet man eine geplante Obsoleszenz, oder der Hersteller beendet die Unterstützung eines Produkts und zwingt den Nutzer, wenn er „mit der Zeit“ gehen will, auf das Neueste umzusteigen.

Dabei handelt es sich bei den meisten Dingen um Luxus Artikel, die wir eigentlich gar nicht wirklich brauchen. Wir sind gedrillt zu glauben, dass wir ohne nicht leben können. Dabei steht uns auch unsere Evolution als Jäger und Sammler etwas im Weg, die Meisten können sich schwer von Dingen trennen, sammeln manisch Bücher, DVDs oder kleine Porzellantierchen.

Dabei bedeutet Besitz auch immer Angst davor ihn zu verlieren. Besitz braucht Platz, kostet Geld, frisst Zeit, ist wenig nachhaltig. Und so wundert es nicht, dass immer mehr Menschen ihr Glück im Minimalismus suchen. Weniger ist einfach mehr.

Ein wenig lebe ich ihn schon lange, habe ich doch, seit ich allein wohne, keinen Fernseher. Sachen die mich interessieren schaue ich bewußt dann, wenn ich darauf Lust habe. Und so möchte ich hier weitergehen und anfangen mich von den Sachen zu trennen, die ich nicht benutze/brauche und nur noch weniges Neues kaufen.

365 Tage hat das Jahr, wenn ich mich jeden Tag von einem Teil trenne, sind es in einem Jahr 365 Dinge weniger, die mich belasten. Für jeden Neukauf, werde ich versuchen ebenfalls etwas abzugeben. Bei geschätzten 10.000 Gegenständen, die jeder Mensch bei uns im Durchschnitt besitzt, findet sich sicher eine Menge unnützen Zeugs.

Projekt 333

Der Kleiderschrank ist voll, zum Anziehen findet man irgendwie trotzdem nix. Jeden Morgen steht man vor einer riesigen Auswahl an Kleidern und zieht doch am Ende immer das gleiche an. Viele der Sachen werden für einen ‚besseren‘ Anlaß aufgehoben oder einfach nur von links nach rechts geschoben.

Im Projekt 333 geht es darum sich für 3 Monate auf einen Satz Kleidung von 33 Teilen zu beschränken. Ausgenommen sind Sportklamotten (dürfen dann auch nur zum Sport getragen werden), Unterwäsche und Socken, sowie die Lümmelkleidung für die heimische Couch. Das bedeutet, dass Hosen, Jacken und Schuhe (pro Paar) genauso gezählt werden, wie T-Shirts und Pullover.

Anfangen kann Jeder damit jederzeit. Dazu ‚einfach‘ 33 Teile aus dem Kleiderschrank auswählen, die in den nächsten 3 Monaten getragen werden und den Rest der Kleidung in Kisten oder Tüten packen und zukleben – erschwert den Bruch mit den selbstauferlegten Regeln. Nach 3 Monaten wird gewechselt. Teile die gar nicht getragen wurden können dann gleich ganz weg, der Rest kann, jahrezeitlich angepaßt, getauscht oder für die nächsten 3 Monate erneut getragen werden.

So reduziert sich nicht nur der Inhalt des Kleiderschranks, sondern auch die morgendliche Zeit vor dem Schrank.