{"id":678,"date":"2010-08-14T18:40:54","date_gmt":"2010-08-14T16:40:54","guid":{"rendered":"http:\/\/www.jannis-welt.de\/?p=678"},"modified":"2023-07-22T15:50:54","modified_gmt":"2023-07-22T13:50:54","slug":"janni-goes-triathlon","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.jannis-welt.de\/?p=678","title":{"rendered":"Janni Goes Triathlon"},"content":{"rendered":"<p>Heute war es nun endlich so weit &#8211; mein 1. Triathlon. Aber la\u00dft mich etwas weiter ausholen.<\/p>\n<p>Ein L\u00e4ufer, der sich im <a href=\"http:\/\/forum.runnersworld.de\/forum\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Forum von Runnersworld<\/a> aufh\u00e4lt, kommt nicht umhin die tollen Erlebnisberichte der Triathleten zu lesen und so wird man mit der Zeit immer sensitiver gegeben\u00fcber dem Virus Triathlon. Auch ich denke schon l\u00e4nger dr\u00fcber nach sowas einfach mal mitzumachen, aber lange hatte ich weder die Zeit noch die wirkliche Motivation.<\/p>\n<p>Das \u00e4nderte sich Anfang\/Mitte Juli. Nach einger Recherche im Internet sto\u00dfe ich auf den 27. Schaffhauser Triathlon. Der soll am 14. August stattfinden und er wirbt mit dem Spruch: &#8222;Wo sich Leistungssport und Freizeitspa\u00df zu einem unvergleichlichen Wettkampf treffen&#8220; und schreibt &#8222;Hier finden sich, s\u00e4uberlich eingereiht zwischen Hightech-Rennmaschinen, liebevoll gepflegte Alltagsr\u00e4der; hier tummeln sich inmitten silberschwarz gl\u00e4nzender Neoprenanz\u00fcge flatternde Bermuda-Shorts.&#8220;<\/p>\n<p>Na, das is doch was f\u00fcr mich, denke ich und schaue mir erstmal die Strecken an. 2,4 km Schwimmen (jedoch im Rhein, d.h. mit der Str\u00f6mung), 31,5 km Rad fahren (mit \u00fcber 450 hm) und 7,8 km Laufen (mit \u00fcber 50 hm).\u00a0 Die Entfernungen allein sollten zu schaffen sein, aber hintereinander und dann noch mit den H\u00f6henmetern, die mir erstmal nicht viel sagten, au\u00dfer, dass es nach viel klingt.<\/p>\n<p>Und so zog ich am 18.07 aus um die Radstrecke abzufahren &#8211; um zu schauen, wie schwer das ist und wie lange ich daf\u00fcr etwas brauchen werde. Zwar stand mein Rennrad zu dem Zeitpunkt schon daheim, aber ich wollte nicht gleich so eine anspruchsvolle Strecke damit fahren und das war auch eine gute Entscheidung. So nahm ich meine normales Rad (ein CrossBike) und eroberte mit einem Freund die 31,5 km lange Strecke.\u00a0 Es war teilweise ganz sch\u00f6n steil (im kleinsten Gang gings hoch und ich hatte ganz sch\u00f6n zu schnaufen) und am Ende standen 1:38h auf dem Tacho.<\/p>\n<p>Und so nutzte ich die folgenden 4 Wochen um vor allem das Rennrad fahrem am Berg zu \u00fcben (der kleinste Gang am Rennrad ist um einiges &#8222;gr\u00f6\u00dfer&#8220; als an meinem Crossrad) und nat\u00fcrlich zu schwimmen (und auch den Neo zu testen) und zu laufen (da aber weniger der hm). Ziele: 30 min schwimmen, 1:30h Rad fahren und 54 min Laufen + Wechsel sub 3h.<\/p>\n<p>Und dann war es soweit&#8230; Der gro\u00dfe Tag stand vor der T\u00fcr&#8230; und ich hatte beschissen geschlafen. Ich war wahnsinnig aufgeregt (oder positiv angespannt) und lag im Bett mit Gedanken wie: &#8222;und was ist wenn mein Auto nicht anspringt, oder nen Platten hat, oder nen Marder was durchgeknappert hat&#8220; und sp\u00e4ter dann &#8222;mein Rennrad hat nen Platten&#8220;. Letztlich stand ich weit vor der geplanten Zeit auf und futterte mein Fr\u00fchst\u00fcck um 4:45 Uhr (statt 5:30). Das Fahrrad hatte ich schon am Vortag ins Auto geladen und so blieb noch der Rest (Neopren, Luftpumpe, Wasserflasche, Klamotten, Schuhe etc.). Als alles verstaut war machte ich ich mich kurz nach 5 auf den Weg.<\/p>\n<p>Kurz nach 6 Uhr war ich vor Ort (gl\u00fccklicher Weise nicht die Erste) und begab mich erstmal zur Startnummernausgabe. Dort bekam ich ein Beutelchen mit: Startnummer, Badekappe und Chip (um mal das Wichtigste zu nennen). Zur\u00fcck am Auto hie\u00df es ausladen, Rad zusammenbauen und das ganze Zeugs zur Wechselzone zu bringen.<\/p>\n<p>Die Wechselzone: Vielleicht kennen es einige aus dem TV vom Ironman &#8211; so schicker blauer Teppich. Nicht bei uns&#8230; da gab es ein echtes Stoppelfeld. So mit noch stehenden Halmen und Steinen und jeder Menge Schlamm. Nahe der Natur eben \ud83d\ude00 Und so stapften alle \u00fcber&#8217;s Feld, parkierten\u00a0 ihre Velos (wie die Schweizer sagen) am entsprechenden Platz, und bereiteten ihre pers. Wecheslzone vor: Handtuch, Schuhe drapieren, damits nachher schneller geht. Helm und Sonnebrille auf dem Fahrrad bereitlegen. Jeder hat da sein eigenes System und ich hab mal hier und mal da geschaut und am Ende glaube ich ne ganz gute Anordnung gefunden.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend alle aufbauten gab es eine kurzes Briefing per Lautsprecher, hei\u00dft es wurden alle wichtigen Dinge nochmals angesagt. Wer muss wann an welchem Start stehen, wann fahren Busse, wo sind Verpflegungsstellen usw. Ich habe mir dann noch den Schwimmeingang zur Wechselzone angeschaut, den Weg, den ich laufen muss um zu meinem Rad zu kommen. Ebenso wie die Radausfahrt und den Laufstart.<\/p>\n<p>Um mich herum gesch\u00e4ftiges treiben, hier und da ein kurzes Gespr\u00e4ch, meist mit Schweizern und mittendrin ich, immer noch aufgeregt und schon zum zweiten Mal in der Toilettenschlange. Zum Gl\u00fcck hatte die Wetterprognose unrecht und statt vielen Wolken gab es viel Sonne und so freute ich mich schon sehr dabei zu sein.<\/p>\n<p>Mein Ziel f\u00fcr heute: ankommen. Wenn m\u00f6glich nicht Letzte werden (auf der Kurzstrecke) und wenn&#8217;s geht unter 3h brauchen. Mit diesen Vorgaben gings um 8:10 mit den Bussen zum Start der Schwimmstrecke. Dort treffe ich zwei M\u00e4dels mit denen ich die Zeit zum Start gut rumbringen und so stehen wir um 8:45 im Wasser und warten auf den Startschu\u00df.<\/p>\n<p>Schwimmen: 8:50 knallt es und das Wasser f\u00e4ngt an zu brodeln. Wahnsinn. Trotzdem wir uns hinten und au\u00dfen aufgestellt habe bekomme ich einiges an Tritten und St\u00f6\u00dfen ab und schlucke schon nach wenigen Metern ordentlich Wasser. Hustend versuche ich sowas wie einen Rhythmus zu finden, aber erst nach einige Minuten beruhigt es sich und ich kann mein Ding schwimmen. Erfreut stelle ich fest, dass ich nicht Letzte bin und dass ich sogar einige vor mir schwimmende einholen kann. Nach 16:58,9 min \u00fcberquere ich die Zeitmatte und renne in die Wechselzone.<\/p>\n<p>Wechsel1: Die Steine und Halme st\u00f6ren fast gar nicht und so bin ich schnell an meinem Rad. Unterwegs hab ich schon den oberen Teil vom Neo vom K\u00f6rper gesch\u00e4lt, jetzt qu\u00e4le ich mich aus dem unteren Teil &#8211; gar nicht so einfach, wenn die Standfl\u00e4che wegen umgebender R\u00e4der etwas enger ist. Ich ziehe Laufhose und Radshirt \u00fcber, Socken und Radschuhe an, Helm und Sonnenbrille auf und schon bin ich mit dem Rad auf dem Weg zur Strecke. Am Zeitmesspunkt wird gepr\u00fcft, dass mein Helm geschlossen ist und ich darf los.<\/p>\n<p>Radfahren: Ich kenne die Strecke, hab Respekt vor der Steigung und denke die ganze Zeit: locker fahren, du musst zwei mal ne gute Steigung hoch. Und so fahre ich ein angenehmes Tempo, werde fast nur von Langstrecklern \u00fcberholt und \u00fcberhole ab und an Leute (vor allem welche ohne Rennrad&#8230; das macht sich schon bemerkbar und einige M\u00e4dels). Nach 10 km kommt die schlimmste Steigung und von Weitem sehe ich schon, dass alle deutlich langsamer werden. Da ich mich noch gut erinnern kann, wie meine Beine gebrannt und ich gek\u00e4mpft habe, als ich mit meinem Crossrad hoch bin, schalte ich aufs kleinste Blatt (vorn) und recht schnell auch auf&#8217;s 2 gr\u00f6\u00dfte Ritzel (hinten). Also auf den 2. kleinsten Gang. Im Kopf rede ich mir gut zu, dass es keine Schande ist, \u00fcberholt zu werden. Einfach nur gleichm\u00e4\u00dfig treten und nicht aus der Ruhe bringen lassen. Und so kurbel ich den Berg hoch und stelle \u00fcberrascht fest, dass nicht ich \u00fcberholt werden, sondern nach und nach die M\u00e4dels und teilweise auch M\u00e4nner einsammel. &#8211; Oh man&#8230; verbrenn ich mein Pulver schon zu fr\u00fch? &#8211; denke ich und kurbel weiter. Denn es ist nat\u00fcrlich antrengend, aber die Beine brennen nicht und das ist gut.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter\" title=\"H\u00f6henprofil Radstrecke\" src=\"http:\/\/www.schaffhauser-triathlon.ch\/fileadmin\/pdf\/velo-profil.jpg\" alt=\"\" width=\"525\" height=\"200\" \/><\/p>\n<p>Oben angekommen geht es eine lange Abfahrt hinunter. Ich lasse es rollen, gebe aber nicht zus\u00e4tzlich speed, da ich doch Respekt hab. Ich bremse in den Kurven soweit, wie ich mich sicher f\u00fchle. Werde aber nicht \u00fcberholt (au\u00dfer von Langstrecklern, aber die sind echt ne andere Klasse), sondern \u00fcberhole stattdessen noch ein M\u00e4del. Auf der Geraden kann ich dann nochmal richtig Gas geben und h\u00e4nge alles ab, was ich am Berg \u00fcberholt hab. Bei km 24 kommt nochmals ein Anstieg und auch hier \u00fcberhole ich st\u00e4ndig. Mein Bergtraining hat also echt was gebracht.<\/p>\n<p>Mit einem Dauergrinsen im Gesicht fliege ich der Wechelzone entgegen und ein Blick auf die Uhr verr\u00e4t mir &#8211; ich liege saugut in der Zeit. Mit 1:14:28h f\u00fcr die Radstrecke war ich deutlich schneller als erwartet (Schnitt 25,5 km\/h).<\/p>\n<p>Wechsel2: Vor der Wechselzone klicke ich aus und steig vom Rad und renne erstmal an meinem Platz vorbei \ud83d\ude41 Dann muss ich sehen, dass einer sein Rad in den falschen St\u00e4nder gepackt hat, was dazu f\u00fchrt, dass ich meines nicht mehr reinbekomme und so verbringe ich bestimmt 1 min damit die Fahrr\u00e4der umzustellen um meines unterzubringen. Aber das kann mich nicht wirklich \u00e4rgern. Und so schl\u00fcpfe ich in meine Laufschuhe, greife mein K\u00e4ppi und bin auf dem Weg zur Laufstrecke.<\/p>\n<p>Laufen: 7 min\/km &#8211; das w\u00e4re doch ein gutes Tempo (im Mittel) immerhin geht es 50 hm hoch und der Weg ist auch mehr nen Pfad (Trails durch den Wald und \u00fcber Wiesen). Und so lasse ich es langsam angehen und trabe ruhig die Steigung ab km 1,3 hoch. Unterwegs gibt es jede Menge Verpflegungstellen &#8211; leider nur mit eiskaltem Wasser, was mir recht schnell heftige Seitenstechen berscherrt. Daraufhin verzichte ich auf&#8217;s trinken und nehme mir nur einen Schwamm zum K\u00f6rper k\u00fchlen. Die ersten 2 km gehen mit 14:15 min durch, die n\u00e4chsten zwei in 12:21. Ich merke allerdings schnell, dass die Schilder net ganz stimmen k\u00f6nnen, steht doch ein km mit 4:44 min auf der Uhr &#8211; so schnell bin ich sicher nicht!<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter\" title=\"H\u00f6henprofil Laufen\" src=\"http:\/\/www.schaffhauser-triathlon.ch\/fileadmin\/pdf\/laufen-hoehenprofil.jpg\" alt=\"\" width=\"604\" height=\"200\" \/><\/p>\n<p>Immer noch mit Seitenstechen k\u00e4mpfend kommt km 5 und ich denke jetzt is egal, lauf einfach und so gebe ich etwas Gas und wieder fange ich an zu grinsen, denn ich wei\u00df, ich schaffe es unter 2:30h. Das ist so viel besser als ich zu hoffen gewagt hatte. Als das Schild &#8222;noch 600m&#8220; kommt schaue ich auf die Uhr und wei\u00df: ich kann die 2:25 noch knacken und ziehe nochmals etwas an (ob ich wirklich schneller geworden bin, kann ich kaum sagen, aber es f\u00fchlte sich zumindest so an \ud83d\ude09 ). Und so renne ich mit einem Dauergrinsen im Gesicht Richtung Ziel. Ein Schweizer ruft mir noch zu &#8222;super Leistung&#8220; und nach 2:24:05h renne ich durch&#8217;s Ziel. Geschafft, aber endlos gl\u00fccklich \u00fcber diese unerwartete Zeit. F\u00fcr die 7,8 km stehen 47:41 min auf der Uhr (macht einen Schnitt von 6:07 min\/km &#8211; ich bin mir aber nicht 100% sicher wie lang die Strecke war, \u00fcberall steht was anderes &#8211; bei 7,5 km w\u00e4ren es 6:21 min\/km &#8211; jedenfalls deutlich schneller!).<\/p>\n<p>Ich bin 56. von 72. gestarteten Frauen auf der Kurzdistanz. Und 30. von 32. in meiner Altersklasse. Ich bin darauf jedenfalls mega stolz \ud83d\ude42<\/p>\n<p>Bilder sind original von der Seite des <a href=\"http:\/\/www.schaffhauser-triathlon.ch\/index.php?id=8\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Schaffhauser Triathlon<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Heute war es nun endlich so weit &#8211; mein 1. Triathlon. 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