Der Westweg ist Deutschlands erster Fernwanderweg und wurde um 1900 angelegt. Er umfasst auf knapp 285 km 11 Etappen, wobei der gesamte Schwarzwald einmal von Norden nach Süden durchquert wird. Im südlichen Teil bieten sich zwei Varianten an, die Ostvariante (Herzogenhorn und Hochkopf) und die Westvariante (Feldberg und Belchen), jeweils etwa gleich lang. Der Schwarzwaldverein pflegt den Wanderweg mit seinem einheitlichen Markierungssystem, so dass die Wegfindung einfach und eindeutig ist.

Nach unserer erfolgreichen Tour „Zwischen den Meeren“ fühlten wir uns nun zu Höherem berufen und so war der Westweg unser nächstes Ziel. Es wurde viel geplant, verworfen und neu überlegt, Kartenmaterial besorgt, Übernachtungsmöglichkeiten erkundet, das Internet durchforstet nach hilfreichen Tipps von anderen Wanderern. Am Ende stand die Planung, nur wir nicht so richtig. Erst erwischte mich ein kleiner fieser Schnupfenvirus, dann als endlich eine Besserung zu sehen war, erwischt meine Wanderpartnerin ein gemeiner Magen/DarmVirus. Aber da das Wetter auch nicht so richtig mitspielen wollte, waren wir nicht allzu verstimmt und so zogen wir eben später los und planten kurzfristig alles nochmal um 🙂

Tag 1: Über Umwege von Pforzheim nach Neuenbürg

Montag, 07.10.13. Es ist noch dunkel draußen, als der Wecker anfängt zu dudeln. Am liebsten würde ich mich nochmal umdrehen, aber heute ist endlich der Tag an dem es losgehen soll auf den Westweg. Mit nur 5 Tagen Verspätung. Also anziehen und den Rucksack schultern (war der gestern eigentlich auch schon so schwer?) und los geht’s, erst nach Heidelberg zum Bahnhof und dann mit dem Zug nach Pforzheim.

Trotz kurzer Umsteigezeiten und Dank einer kleinen Laufeinlage verpassen wir keine Bahn und sind pünktlich in Pforzheim. Dort plündern wir noch schnell den Bäcker bevor wir mit dem Bus zum Start – der goldenen Pforte von Pforzheim – fahren und endlich loslaufen können. Das Wetter schaut etwas unausgeschlafen aus, aber es spielt mit und behält den Regen am Himmel.
Wir kommen gut voran, laufen aber immer wieder auch an Straßen lang. Würden am ersten Abschnitt nicht auch schon diese kleinen PETlinge liegen, in die wir fleißig unseren Namen kritzeln, würden wir wohl den ersten Teil auslassen. Aber er gehört dazu und wenn, dann machen wir das auch richtig.

Es geht an der Enz lang, wir genießen die Natur, aber es ist uns nicht lange gegönnt, Waldarbeiten haben den Westweg auf den nächsten Kilometern gesperrt. Nach einem Blick auf die Karte versuchen wir unser Glück auf einem etwas höher gelegenen Parallelweg, aber auch hier: Gesperrt. Und so müssen wir einige zusätzliche hm und Kilometer in Kauf nehmen, um die gesperrte Strecke zu umlaufen.

Aber wir liegen trotzdem gut im Plan, laufen an der ursprünglich geplanten Übernachtungsmöglichkeit vorbei und finden gegen 17:30 eine nette Unterkunft, in der wir es uns gemütlich machen. Ein experimentelles Abendbrot später fallen wir auch schon in die Waagerechte und versuchen zu schlafen. Der Lärm des nahen Neuenbürg und die Aktivitäten mancher Nachtmenschen lassen uns noch ab und an aufschrecken, aber am übermannt uns die Müdigkeit.

15,9 Kilometer – 6:57 h – 17 Caches